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1740
Die kurfürstliche Kammer aus Hannover überträgt den in der Nähe von Bursfelde/Oberweser arbeitenden Glashüttenpächtern Georg und Justus Ruhländer hier am Dasseler Mittelberge eine Glashütte zu errichten. Im Hochsolling haben schon früher wegen des Buchenwaldes Wanderglashütten gestanden und wurden mit gutem Erfolg betrieben.
1741
Mit Justus Ruhländer wird der Pachtvertrag abgeschlossen.
1742
wird der Betrieb zur Herstellung von Glas aufgenommen. Die Glashütte befindet sich auf dem Grundstück heute Angerstraße 8, Eigentümer ist Familie Christmann. Etwa 40 bis 50 Meter hinter dem Haus ist der kleine Hügel in der Wiese noch zu erkennen.
1743
In dieser Glashütte werden bereits 35 Personen beschäftigt, man nennt sie damals " Am Silberborn " oder auch " Hütte am Dasseler Mittelberg ". Die kleine Siedlung besteht aus 10 Wohnhütten, die auf Zeit angelegt wurden. Einwohner sind einschließlich Schulmeister und Kuhhirt 105 vorhanden.
Die Bewohner dieser kleinen auf Zeit angelegten Siedlung haben im Hüttenvertrag mit der kurfürstlichen Kammer Hannover das Waldweiderecht, d. h. man darf 38 Stück Rindvieh im Walde weiden lassen. Die Kinder werden in den Wohnhütten unterrichtet. Zur Kirche müssen sie nach Schönhagen.
1744
Am 14. Oktober verstirbt der Pächter Justus Ruhländer, er wurde 81 Jahre alt. In den Pachtvertrag steigen seine Söhne Eberhard und Johann Hermann Justus ein.
1746
Die Gebrüder Ruhländer kommen mit der Glashütte in Zahlungsschwierigkeiten.
Eberhard Ruhländer geht als Musketier ins Wrangeische Regiment nach Hannover.
1750
Der Pachtvertrag wird aufgelöst, der Betrieb eingestellt. Die Glasmacher verlassen die kleine Ansiedlung und finden in anderen Hütten Arbeit. Der Rest der Bewohner bleibt hier. Sie finden Beschäftigung mit Waldarbeit und Torfstich. Der Ort wird in dieser Zeit " Das neue Dorf " genannt.
1766
Die Bewohner des Hüttenklumps erhalten die Genehmigung zur Anlegung eines neuen Dorfes. Die alten Hütten sind im schlechten Bauzustand. Es sollen hier 24 Feuerstellen (Häuser), 1 Schulhaus und 1 Hirtenhaus errichtet werden. Es sind noch 43 Personen hier in der Siedlung (4.11.1766).
1769
Am 17. 9. werden 16 Anbauer genannt und zum ersten Mal Silberborn erwähnt.
1771
Silberborn hat 16 Häuser und eine Schule. Diese befindet sich im Haus Dasseler Straße 1. Der Schulmeister heißt Brüning und unterrichtet 21 Kinder. Im Schulgebäude wird auch Gottes-dienst abgehalten. Der Pastor kommt aus Schönhagen; Silberborn ist eigene Kirchengemeinde.
1778
Am 26.11. wird der 1. Bauermeister erwähnt! Christoph Frisch, Silberborn Nr. 4 - heute der große Neubau Angerstraße 19.
1788
Der Ort hat 18 Anbauer, jeder bekommt zur Urbarmachung einen Garten (Größe 1 Morgen), 1 1/2 Morgen Ackerland und 4 1/2 Morgen Wiese. Dieses ist der Anfang für die landwirtschaftliche Neben-Ewerbsbildung hier im Hochsolling. Dazu haben die Anbauer das Waldweiderecht für ihre Kühe und Pferde.
1799
Die Glashütte am Mecklenbruch wird gebaut und nimmt im gleichen Jahr die Glasherstellung auf; der Torfstich hat begonnen. Es wird nur Torf zur Herstellung des Glases verwendet. Die Hütte ist auf dem Gebiet des Herzogtums Braunschweig; Eigentümer und Betreiber ist das Herzogtum.
1804
Neben dem Schulgebäude wird ein Glockenturm gebaut; die Glocke wird aufgehängt und läutet zum Gottesdienst und am Morgen um 7 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr. Hiermit wird den Waldarbeitern im Wald, den Torf- und Feldarbeitern die Uhrzeit kundgetan.
1806 Die Seelenzählung ergibt 187 Personen - 27 Feuerstellen (Häuser), eine Schule (Kirche); der Schulmeister heißt Kleine. Die Bewohner haben 37 Kühe und 20 Rinder (57 Tiere). Die Anbaufläche beträgt 112 1/2 Morgen Wiesen, 11 1/2 Morgen Kartoffeln und 4 1/2 Morgen Hafer.
1812
Der Torfstich wird verboten - es darf im Mecklenbruch für die Herstellung von Glas kein Torf mehr verwendet werden« Es muß wieder Holz verfeuert werden.
1821
Durch die Befreiungskriege hat Silberborn nur noch 160 Ein-wohner - 29 Häuser und eine Schule.
1828
An die Schule wird ein großer Schulraum angebaut; in diesem werden 1829 auch die Gottesdienste abgehalten (ab 1901 wird der alte Schul- und Kirchenraum zu einem Laden mit Gemischtwaren umgebaut).
1829
Die Glashütte am Mecklenbruch stellt den Betrieb ein. Das letzte Haus wird abgerissen und in Neuhaus/Silberborn aufgestellt. Die Glasmacher werden in den Betrieben in Schorborn und Mühlenberg beschäftigt. Somit wird die kleine Ansiedlung dem Erdboden gleichgemacht.
1833
Wohngebäude- und die Seelenzählung am 1. Juli ergeben für den Ort Silberborn 34 Häuser und 274 Einwohner. Der Schulmeister Kleine unterrichtet 47 Kinder. Auf dem Torfmoor wird Torf gestochen, auf dem Torfhaus steht schon ein Wohnhaus und 1 Torfschuppen. Der Torfmeister Burmann hat die Aufsicht beim Torfstich und führt auch den Verkauf des Torfes für Brennzwecke durch.
1837
Am 4. Januar stellt der Amtmann Kramer von der Amtsverwaltung Uslar an die königliche Großbritannisch Hannoversche Domänen-Kammer zu Hannover den Antrag, auf dem Torfmoor des Moosberges den Torf in einem Torfmeiler wie bei der Holzkohle zu verkohlen. Der Versuch ist dann später gescheitert.
1839
Die Wohngebäude- und Seelenzählung ergibt am 1. Juli 41 Häuser, 317 Einwohner, 51 Schulkinder.
1840
Eine neue Glashütte wird in Silberborn errichtet. Heinrich Kraaz kommt von Schorborn hier her und baut diese Hütte auf das heutige Grundstück Groß, Dasseler Straße 25 und kauft das Haus heute Angerstraße 5 als Wohnung.
1845
Am 1. Juli hat Silberborn 49 Häuser und 370 Einwohner. Die Schul-kinder sind auf 71 angewachsen und werden von dem Schulmeister Kleine unterrichtet.
1852
Am 3. Dezember ergibt die Einwohner- und Wohngebäude Zählung 416 Personen, 78 Schulkinder und 51 Wohngebäude.
1857
Im Sommer wird der Grundstein für die Kirche gelegt, die Grundmauern sind bis zum Winter fertig.
Die Kirche wird bis zum Einbruch des Winters gerichtet, der Dachstuhl ist fertig.
Am 3. Dezember findet wieder eine Zählung der Einwohner und der Gebäude statt. Der Ort ist wieder gewachsen, es sind 447 Personen, 77 Familien, 59 Wohnhäuser und 72 schulpflichtige Kinder.
1860
Am 26. August wird die neue Kirche geweiht und zwar von Super-intendent Dr. Heyer aus Uslar und Pastor Hegenann aus Schönhagen. Als Kirchenvorstände waren tätig: August Wöhlert - Haus-Nr. 5, Heinrich Meyer - Haus-Nr. 11, Karl Müller - Haus-Nr. 14 und Heinrich Kraaz - Haus-Nr. 13.
Der Kirchturm bekommt 2 Glocken, eine vom alten Turm der neben der Kirche/Schule steht und die andere wurde 1859 in Ebergötzen gegossen.
1866
Unser Hannoverland wird preußisch - die Bevölkerung ist in Angst und Sorge, Silberborn muß an die neue Heeresverwaltung in Göttingen Heu liefern.
1871
Nach Kriegsschluß mit Frankreich wird die Friedenseiche gepflanzt, sie steht vor dem heutigen Grundstück Dasseler Straße 1, früher Haus Hr. 17 (alte Schule) in Silberborn.
1874
Die Gemarkung Silberborn wird neu vermessen, die Preußen setzen Steuerklassen fest. Der Ort bekommt für jedes Haus eine Nummer, die nach der Bebauung dem Alter der Häuser festgesetzt wird.
Am 3. Dezember ergibt die Volkszählung 398 Einwohner, 64 Häuser,
1 Kirche und 1 Schule.
1883
Am 3. Januar ist die große Brandkatastrophe in Silberborn. Es brennen 4 Häuser bis auf die Grundmauern nieder, es sind die Häuser 4, 5, 6 und 15 - heute " Haus am Teich " Angerstraße 19 -21 und Bauplatz Angerstraße 23. Acht Familien mit 47 Personen werden obdachlos.
1885
Die Volkszählung am 3. Dezember ergibt 408 Einwohner.
1895
Der Ort hat am 3. Dezember 408 Einwohner und es wird mit dem Bau einer neuen Schule begonnen. Dieses Gebäude wird neben der Kirche errichtet - heute Sollinger Landstraße 3 (früher Haus Nr.67) und hat heute 2 Wohnungen und den Kinderspielkreis.
1900
Die Schule wird eingeweiht. Das Gebäude der neuen Molkerei ist
errichtet und in Betrieb genommen. Die Bergmolkerei liefert eine gute Butter (heute Haus Dasseler Straße 3).
1905
Die Glashütte kommt in finanzielle Schwierigkeiten, Fachkräfte verlassen schon die Hütte. Am 3. Dezember hat der Ort nur noch 394 Einwohner.
1909
Die Kraazsche Glasfabrik geht ein, die Glasmacher gehen in andere Glashütten der Umgebung.
1911
In Silberborn wird die Wasserleitung in Betrieb genommen. Neben dem heutigen Teich wird eine Windturbine errichtet, diese be-fördert das Wasser aus dem Silberbrunnen zum Hochbehälter und läuft so ins Dorf.
1913
Im Januar brennt das Haus Nr. 33 (heute Moosbergstraße 5) ab. Der Besitzer Karl Meyer baut es im selben Jahr wieder auf. Im Frühjahr fällt das Haus Nr. 54 (Dasseler Straße 17 neben Sollingshöhe) den Flammen zum Opfer. Eduard Koch baut es nicht wieder auf.
1913
August: Beginn des 1. Weltkrieges.
1925
Die Volkszählung ergibt in Silberborn 384 Einwohner.
1928
Das Haus Nr. 39 (heute Moosbergstraße 7) brennt im März ab, es wird vom Besitzer A. Martin in den folgenden Jahren wieder aufgebaut.
1931
Das Gebiet des Langenberges (vom Bach bis zur Jugendherberge - Wald im Norden - Straße " In den Ellern ") wird abgeholzt. In der Nähe der Jugendherberge wird ein Sägewerk errichtet. Das ganze Holz wird dort eingeschnitten.
1933
Das vorstehende Gebiet wird urbargemacht. Es entstehen dort 140 Morgen Ackerland und Wiese.
1935
Die Volkszählung ergibt 384 Einwohner.
1939
Der 2. Weltkrieg beginnt. Silberborn hat 335 Einwohner. Am letzten Tag des Jahres brennt das Haus Nr. 52 (Dasseler Straße 19) ab, Der Aufbau wird erst wieder 1948 vollzogen.
1946
Nach dem 2. Weltkrieg kommt der große Flüchtlingsstrom aus dem Osten, die Gemeinde Silberborn hat 555 Einwohner.
1953
Silberborn druckt zum ersten Mal einen Prospekt mit Zimmernachweis, dieses ist der Anfang zur Fremdenverkehrsgemeinde.
1958
Von der Gemeinde Silberborn wird ein Feuerwehrhaus gebaut und auch gleich in Betrieb genommen.
1958
Der Ort hat nur noch 450 Einwohner, viele Vertriebene sind umgesiedelt. Die Bautätigkeit setzt ein. Der Ort hat nunmehr 80 Häuser.
1961
Das Jugendfreizeitheim wird am 21. November in Betrieb genommen, erbaut wurde es vom Kreis und der Stadt Einbeck.
Am 01. Januar tritt das Neuhausgesetz in Kraft, Silberborn wird vergrößert, d.h. zu der Gemeinde kommen Forsthaus Torfhaus und Lakenhaus und vier Häuser von Neuhaus (heute Holzmindener Straße 1, 3 und 2, 4). Silberborn gehört weiterhin zum Landkreis Northeim.
1963
Der Kurgarten wird angelegt und am 24. Mai eingeweiht. Die Klär-anlage wird gebaut und eine neue Pumpstation im Hellentalerloch für die Wasserversorgung errichtet. Der Ort ist gewachsen und
der Fremdenverkehr hatte gute Steigerungen, daher reichte die Quelle des Silberborns nicht mehr aus.
Am 01. Oktober geht die Kläranlage in Betrieb und aus dem Hellentaler-Grund wird Wasser in das Ortsnetz gespeist. Die Bebauung am Langenberg beginnt und auch im Wiesengrund wird sie rege fortgesetzt.
1967
Das Dorfgemeinschaftshaus wird am 24. August eingeweiht, es wurde in kaum einem Jahr gebaut.
1970
Am 07. März wird die Jugendherberge eingeweiht. Bauzeit über 1 Jahr. Silberborn hat 620 Einwohner und 140 Wohngebäude.
1973
Am 01. Januar wird Silberborn aufgrund der Gebiets- und Verwaltungsreform eine Ortschaft der Stadt Holzminden.
Silberborn bekommt das Prädikat " staatlich anerkannter Luftkurort " verliehen.