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815

Auf dem Reichstag zu Paderborn wird unter Ludwig dem Frommen der Beschluß gefaßt, in den nach 30jährigem Ringen den Sachsen abgenommenen Gebieten ein Kloster zu gründen.

Mit der Ausführung dieses Planes wird der Abt Wala des nordfranzösischen Klosters Corbie (Corbeja/Somme) beauftragt.

 

816

wird das Kloster in Hethis (Neuhaus) eingerichtet und anfänglich mit 9 Mönchen besetzt. Die Gegend wird als so dürftig und unfruchtbar geschildert, daß der Konvent am 25. September 822 nach dem heutigen Corvey (Höxter) umsiedelte. Nach dieser Begebenheit ist die Siedlungsgeschichte dieses Ortes wieder lange Zeit in Dunkel gehüllt.

 

1356

wird der Ort als Vorwerk des Amtes Allersheim (heute Domäne) erstmalig urkundlich erwähnt.

 

1397/98

Erstmalig urkundliche Erwähnung der Herstellung von Glas in Wanderglashütten. Den späteren Dauerstandorten von Glashütten, immer in Waldnähe, verdanken Hellental (1728), Silberborn (1740), Schorborn (1747), Ameltith (1774), Mühlenberg (1783) und Rottmünde ihre Entstehung.

 

1599-1608

läßt Herzog Heinrich Julius von Braunschweig und Lüneburg am Mädchenberg ein Jagdschloß erbauen (Standort: Haus am Teich Nr. 13) Es wird das “Newe Hauß” genannt. Bereits im

30jährigen Krieg wurde dieses Schloß wieder zerstört. Auf alten Grundmauern wurde das Gebäude wieder aufgebaut und über viele Jahre Forstdienstgebäude. Heute in Privatbesitz.

Etwa zur gleichen Zeit läßt auf der hannoverschen Seite von Neuhaus Herzog Johann Friedrich die “Stüterey am Solling” anlegen; hierzu gehört auch das “halbwilde” Gestüt beim sog. Festen Schlosse Nienover.

 

1656

Der Gestütswärter Robrecht richtet ein Gesuch an den “Königlichen Hof” in Hannover, in dem er seinen Landesherrn bittet, eine Hilfe zu bewilligen, da seine Stutenherde auf 69 Häupter angewachsen sei. Er sei mit seiner Familie nicht mehr in der Lage, die Tiere zu versorgen. Wir wissen also nicht mit Sicherheit, daß ab Anfang des 17. Jahrhunderts in Neuhaus Pferde gezüchtet wurden, die ausschließlich im fürstlichen Marstall in Hannover Verwendung fanden - und zwar Pferde “mit absonderlichen Farben”: Das weißgeborene Hannoversche Pferd – perlfarben und die gelben Isabellen mit schwarzem Aalstrich. Die Stuterei lag etwa auf halber Höhe an der Straße nach Silberborn. Teilweise sind Restanlagen heute noch in der Landschaft zu erkennen. 1775 wird die Stuterei wesentlich erweitert und an die heutige Dorfstelle verlegt (ein Teil davon das heutige Haus des Gastes)

 

1747

Oberjägermeister Johann Georg von Langen gründet die Porzellanmanufaktur in Fürstenberg und beeinflußt durch die Einrichtung der Glasurmühle in Fohlenplacken und der Sandwäsche nördlich von Neuhaus auch die Höhensiedlungen. Zur gleichen Zeit wird im Wildenkiel ein Eisensteinlager ausgebeutet. Wegen des hohen Phosphoranteils wird der Abbau 1774 eingestellt. Gleichzeitig wird von “von Langen” in der Forstwirtschaft der Begriff von “Säen und Ernten” eingeführt. Er ist somit der Begründer der modernen Forstwirtschaft im Solling.

 

1766

wird erwogen, beim Vorwerk ein Dorf anzulegen, nachdem Gerüchten zufolge hannoverscherseits die Absicht bestehe, an der Stelle der alten Stuterei ein neues Dorf einzurichten. Aus dieser Rivalität entstehen die beiden Orte Neuhaus-Hannover und Neuhaus-Braunschweig. Aus jener Zeit stammen auf der hannoverschen Seite der Gestütshof (1775), die Kirche und die ehem. Schule an der Hackelbergstraße (1780). Das imposante Jagdschloß wurde 1791 von Georg III Kurfürst von Hannover und König von England erbaut.

 

1849/50

erbaut der aus einer westfälischen Glasfabrikantenfamilie stammende Georg Norbert Becker eine Fensterglashütte; sie wurde 1928 stillgelegt. Einige Gebäude am Hüttenplatz sind davon heute noch erhalten.

 

1866

Nach der verlorenen Schlacht der Hannoverschen Truppen bei Langensalza annektiert Preußen das Königreich Hannover und setzt der Gestütsherrlichkeit ein Ende. In Neuhaus wird ein Remontedepot eingerichtet, mit dem Ziel, Pferde für die preußische Kavallerie zu züchten. Im Jahre 1900 wird dieses Remontedepot aufgelöst und das gesamte Areal mit Gebäuden von der Forstverwaltung übernommen und zum Teil aufgeforstet. Die zum Teil überflüssig gewordenen Weideeinzäunungen aus Sandsteintrockenmauern werden abgetragen und im Waldstraßenbau verwendet. Die heute noch vorhandenen Sandsteinmauern in einer Länge von 8 km stehen unter Denkmalschutz.

 

1888

Heimatfreunde gründen den Sollingverein mit dem Ziel, dieses Waldgebiet dem Fremdenverkehr zu erschließen und seine Schönheiten bekannt zu machen, andererseits die Erforschung des Sollings in Bezug auf Geschichte und Sage, Fauna und Flora zu betreiben.

 

1892

Im Verlag C.C. Müller erscheint das erste vom Sollingverein herausgegebene Wanderbuch für den Solling, Vogler, Elfaß, Hils und das Oberwesergebiet. 1894 erscheint bereits eine wesentlich erweiterte Auflage dieses Wanderbuches.

 

1893

Oberförster W. Winkelvos zeichnet die erste Sollingwanderkarte als Touristenkarte für den Sollingverein.

 

1896

erscheint die erste erhaltene Anzeige in der Braunschweiger Zeitung und wirbt für einen Aufenthalt im Höhenluftkurort. Der Gastronom Ziem aus dem Oberharz erwirbt das heutige Hotel Brauner Hirsch. In diesem Haus wird der Grundstein  für den Fremdenverkehr in Neuhaus gelegt.

 

1924

werden in Neuhaus 105 Gästemeldungen und 2000 Übernachtungen registriert, die sich bis Kriegsbeginn im Jahre 1939 jährlich steigern. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren kommt der Fremdenverkehr total zum Erliegen. Fast jedes freie Zimmer im Ort wird mit Flüchtlingen belegt.

 

1949

Mit Ende der Wohnraumbewirtschaftung beginnt der Fremdenverkehr sich im bescheidenen Maße zu entwickeln. Gleichzeitig beginnt Anfang der 50er Jahre eine rege Baufähigkeit im Ort, die dem Fremdenverkehr neue Impulse gibt. Im Jahre 1976 zählt Neuhaus 186.000 Übernachtungen.

Auf Initiative Holzmindener Bürger wird für die in Missenhütten untergebrachten Kriegswaisen mit dem Bau der Kinderheimat Neuhaus begonnen.

 

1952

An der Eichenallee wird das neue Trakehnergestüt gebaut, das etwa 50 Stuten aufnehmen kann, die in den Westen Deutschlands gerettet wurden.

 

1959

Das neue Forstamt an der Eichenallee wird gebaut. Das damit freigewordene Jagdschloß  wird noch im gleichen Jahr an den Kaufmann Heinrich Hagedorn verkauft.

 

1960/65

Die alten Forstdienstgebäude der Revierförstereien Bärenkopf, Neuhaus, Langenberg und Thiele werden durch Neubauten ersetzt.

 

1.1.1962

 Durch das Neuhausgesetz vom 13. Dez. 1961 werden die drei Gemeinden Fohlenplacken, Neuhaus/Kreis Holzminden und Neuhaus/Kreis Northeim im Solling zusammengeschlossen und dem Landkreis Holzminden zugeordnet.

 

10.11.1962

Der von der niedersächsischen Landesforstverwaltung gebaute Wildpark wird seiner Bestimmung übergeben.

 

1964

Nach 2jähriger Bauzeit wird die Schule am Moosberg nach den Sommerferien ihrer Bestimmung unter großer Beteiligung der Bevölkerung übergeben. Im gleichen Jahre erfolgt der Erweiterungsbau der evangelischen Kirche.

 

1965-69

Innerhalb von 5 Jahren wird für den ganzen Ort eine Abwasseranlage im Trennsystem mit vollbiologischer Kläranlage erbaut. Zur gleichen Zeit wird die Ahlequelle zur Wasserversorgung erschlossen.

 

10.2.1972

Dem Ort wird das Prädikat “staatlich anerkannter heilklimatischer Kurort” verliehen, nachdem von Dr. Muyglarch in der Lindenstraße die ersten Kureinrichtungen geschaffen wurden.

 

1.1.1973

Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform wird Neuhaus im Solling als Ortschaft in die Kreisstadt Holzminden eingegliedert.

 

1975

In der Bruchweide wird der Waldsportpfad mit Kneippkuranlage gebaut.

 

1974-76

Auf dem Standort der alten Braunschweiger Schule wird die neue katholische Kirche erbaut. Erst 10 Jahre später wird der Glockenturm mit einem Geläut versehen.

 

1976

Nach fast zweijähriger Bauzeit wird das Haus des Gastes seiner Zweckbestimmung übergeben und am 23.10.1978 offiziell eingeweiht. Im gleichen Jahr wird auf der Schrodhalbe (452 m) ein Fernmeldeturm errichtet.

 

1989

Bau der Turnhalle an die Schule am Moosberg.

 

1991

Errichtung des Aussichtsturmes Hochsolling auf dem Moosberg

 

1994

Das Parkhotel wird Kurklinik für Mutter und Kind.

 

1996

Die Bahnengolfanlage Hochsolling und die Driving Range werden eingeweiht.

 

1998

 Herausgabe der Neuhäuser Dorf-Chronik.

 

2003

Der Hochsolling Mountainbike-Parcours wird eingeweiht

 

2004

40. Neuhäuser Hubertus-Reitjagd

 

2010

25. Jubiläums-Volkswandertag